Chronik
Gegen Ende der "Gründerjahre" schlossen sich in Kipfenberg 15 Bürger zusammen, um deutsches Liedgut zu pflegen und zu erhalten. Es gründeten am 1. August 1881
Dr. Rott (Vorstand und Dirigent),
Freiherr v. Axthalb, Forstmeister,
Fischer, Landrichter,
Fischer, Rentamtssekretär,
Max Fischer, Drechslermeister,
Michel Amon, Schmiedemeister,
Julius Lang, Kaufmann,
Josef Merkel, Buchbindermeister,
Franz Neubauer, Kaufmann,
Jakob Ott, Schneidermeister,
Heinrich Reder, Rentamtsoberschreiber,
Riedle, Bäckermeister,
Schillinger, Amtsgerichtssekretär,
Seiffert, Forstgehilfe,
Stieglmeier, Kaufmann

den Gesangverein "Liederkranz" Kipfenberg.
In den Folgejahren gesellten sich dazu eine stattliche Anzahl aktiver Sänger und Mitglieder, so dass ab 1884 jährlich zum Teil mehrere Konzerte, Theateraufführungen und Unterhaltungsabende veranstaltet wurden. Es entwickelten sich rege kulturelle und gesellschaftliche Aktivitäten, bis 1914 durch den 1. Weltkrieg eine Zwangspause herbeigeführt wurde.
Im Jahr 1919 lebte die Vereinstätigkeit unter Vorstand Allio wieder auf. Bereits am 6. Januar 1920 konnte ein Unterhaltungsabend mit Chorgesang und Theateraufführung, im Februar 1920 eine Heimkehrfeier für Kriegsgefangene abgehalten werden.
Im April 1920 rief Hauptlehrer Josef Stößl als Dirigent (1920-24) einen gemischten Chor mit je etwa 20 Damen und Herren ins Leben.
Gründungsnadel 1921 wurde das 40jährige Gründungsfest gefeiert. Dies war der Wiederbeginn sehr reger Vereinstätigkeit.
Am 6. Juli 1924 nimmt der Verein an der Fahnenweihe des Gesangvereins Greding teil und übernimmt die Patenschaft.
Am 22. Juni 1924 wird die eigene Fahne geweiht. Die Patenschaft übernahm der Gesangverein 1861 Beilngries. Im Rahmen dieses Festes findet ein Ritterfestzug statt.
Es folgten viele Konzerte, Unterhaltungsabende, Singspiele und Teilnahmen an Sängerfesten, bis am 3. und 4. Juli 1926 der 3. Gausängertag des Fränkischen Sängerbundes (Südgau) in Kipfenberg abgehalten werden konnte.
Die Chronik berichtet im Anschluss von zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen, oft gemeinsam mit Bürgerverein und Musikverein.
Am 19. Juli 1931 wurde das 50jährige Jubiläum unter Beteiligung des Patenvereins Gesangverein 1861 Beilngries in Kipfenberg gefeiert. Die Mitgliederzahl wurde im Jubiläumsjahr mit 25 aktiven und 20 passiven Mitgliedern angegeben.
Ab dem Jahr 1932 gehen die Vereinsaktivitäten zurück, wegen, wie die Chronisten berichten, "schwerer Notlage".
Von 1933 bis 1948 fanden keinerlei Vereinstätigkeiten infolge Gleichschaltung mit nationalsozialistischen Organisationen statt.
Am 5. Januar 1949 wurde der Liederkranz mit 25 Mitgliedern unter Vorstand Heinrich Ott und Dirigent Hauptlehrer Mayer wieder ins Leben gerufen. Zahlreiche Ausgesiedelte und Heimatvertriebene schlossen sich an und der Liederkranz konnte mit mehr als 15 Veranstaltungen (davon 6 Theaterstücken) an die Öffentlichkeit treten.
Die Anwesenheitsliste der Generalversammlung am 11. Dezember 1949 weist 36 Männer auf. Neuer Vorstand wurde Heinrich Ostermeier.
In den folgenden 25 Jahren trat der Liederkranz bei vielen Anlässen in Erscheinung. Neben den alljährlichen Gesangsvorträgen zu Ostern und Weihnachten im Krankenhaus und Altersheim, zu Unterhaltungsnachmittagen und Platzsingen am Marktplatz berichten die Protokolle von 6 Teilnahmen an Sängerfesten, 14 Teilnahmen an Vereinsjubiläen und Fahnenweihen, 9 Konzerten, 8 Theateraufführungen, 23 Unterhaltungsabenden, 8 öffentlichen und 5 kirchlichen Feiern, 11 Besuchen bei auswärtigen Vereinen und 10 Besuchen auswärtiger Gesangvereine in Kipfenberg. Am 22. Juli 1956 wurde das 75. Vereinsjubiläum unter Mitwirkung des Bläserquartetts der Bayerischen Staatsoper gefeiert. Fahnenweihe 1924
Festzug anläßlich der Fahnenweihe 1924
Zug zur Burg
Festzugsgruppe: Fahnenweihe 1924
Zum 200. Geburtstag von Friedrich v. Schiller wurde am 24. Oktober 1959 eine Feier in der Chronik verzeichnet.
Ein Liederabend anlässlich der 700-Jahrfeier Kipfenbergs fand am 6. August 1966 unter der Mitwirkung von Kammersänger Licha (Oper Nürnberg) und Domspatz Wehle, Regensburg statt.
Am 27. November 1971 wurde das 90jährige Bestehen des Liederkranzes gefeiert.
In der Jahreshauptversammlung am 9. Januar 1975 ehrt der Kreisvorsitzende des Sängerkreises Schwabach 16 Sangesbrüder für langjähriges aktives Wirken (1 mal 50, 8 mal 25, 7 mal 10 Jahre).
In der Folgezeit stand der Verein im Zeichen der Nachwuchswerbung, der Mitwirkung bei kirchlichen und sonstigen Veranstaltungen, der Schulung der Sänger über allgemeine Musiklehre und natürlich vieler, vieler Gesangsproben.
Am 4. Juli 1981 fand im Hopfnersaal in Grösdorf, die 100-Jahr-Feier statt. Mitwirkende waren das Eichstätter Streichquartett, der Patenverein MGV 1886 Beilngries, die Bläsergruppe Greding, das Patenkind MGV Greding, die Singgemeinschaft Konstein-Wellheim, die Chorgemeinschaft Sängerverein Liederkranz Ingolstadt und der Chor der Bösen Buben aus Eichstätt.
In 1982 wurde dem Männergesangverein Liederkranz "1881" Kipfenberg die Zelter-Plakette des Deutschen Sängerbundes verliehen.
Die kulturellen und gesellschaftlichen Aktivitäten des ausgehenden 20. Jahrhunderts bestanden im Wesentlichen aus dem jährlichen, traditionellen Marktplatzsingen oft im Zusammenwirken mit befreundeten Chören.
Daneben standen Auftritte in Krankenhäusern, Kliniken und Altenheimen sowie Weihnachts- und Adventsingen, das Mitwirken bei Kreischorveranstaltungen, die Mitgestaltung von kirchlichen und weltlichen Festen und Veranstaltungen in der Großgemeinde Kipfenberg, wie auch am Limesfest, bei Gedenkfeiern, Beerdigungen und Vereinsjubiläen im Mittelpunkt der Aktivitäten.
Im gesellschaftlichen Bereich sind Kostümbälle bzw. Kappenabende im Fasching, Vereinsausflüge an Vatertagen und zu Zielen im schönen Bayernland, Singen und gemütliches Beisammensein bei Geburtstagen sowie ein alljährliches Radifest auf Höhe 511, (Waldhaus im Kipfenberger Forst) zu nennen.
1997 wurde aus einer Stammtischlaune heraus vom sog. Jugendtisch eine Jagdhornbläsergruppe gegründet, die vom damaligen Vereinswirt Josef Groß sen., im Birktaler Schützenhaus aufgebaut wurde.
100jähriges
100jähriges Grundungsjubiläum
Letztlich war und ist es immer das Ziel des "Liederkranz", dem deutschen Liede zu dienen und die kulturpolitische Aufgabe der Gesangvereine zu erfüllen zum Segen unseres Volkes und unserer Heimat.
Vorsitzende seit 1881:
1881 - 1899 Dr. Rott
1900 - 1912 Max Fischer, Drechslermeister
1913 - 1914 Allio, Bürgermeister
1914 - 1918 verwaist
1919 - 1933 Allio, Bürgermeister
1934 - 1948 verwaist
1/1949 - 1/1949 Heinrich Ott, Schneidermeister
12/1949 - 1/1976 Heinrich Ostermeier/ Sägewerksbesitzer
1/1976 - 12/1983 Wilhelm Seidl, kaufm. Angestellter
seit 1/1984 Karl-Heinz Hutter, Mitglied des AUDI-Managements
Chorleiter seit 1881:
1881 - 1899 Dr. Rott
1900 - 1912 Max Fischer, Drechslermeister
1913 - 1914 Ritter
1914 - 1918 verwaist
1919 - 1920 Trambauer, Förster
1920 - 2/1924 Josef Stößl, Hauptlehrer
2/1924 - 3/1926 Ludwig Widmann, Kaufmann
3/1926 - 1928 Weikl, Steuerpraktikant
1928 - 1930 Koller, Hauptlehrer
1930 - 1933 Haberl, Lehrer
1934 - 1948 verwaist
1948 - 8/1953 Otto Meyer, Hauptlehrer
9/1953 - 1975 Luitpold Reichert, Rektor
1/1976 - 12/1983 Heinrich Sohmen, Lehrer
1/1984 - 8/1994 Helmut Schmidt, Lehrer
9/1994 - 9/2002 Johannes Mecking, Pharmavertreter
9/2002 –2/2008 Heinrich Sohmen, Lehrer
3/2008 – 12/2008 Josef Celler, Lehrer, Beilngries
3/2008 – heute Interimsleiter Dr. Robert Amon
Seit 02/2009 Robert Lepschy, Obereichstätt